Wenn Fertigungsabläufe nur in den Köpfen Einzelner existieren
Wissenssicherung in der Fertigung – Erfahrungswissen nutzbar machen
In vielen Werkhallen gibt es diese Menschen, die den Betrieb „im Blut“ haben. Die hören, wenn Maschine X heute etwas anders klingt. Die spüren, welche Reihenfolge bei Störungen funktioniert – und welche man lieber lässt. Die wissen bei Produktvariante Y, wo’s heikel wird und zwar lange bevor jemand anderes überhaupt merkt, dass etwas passieren könnte.
Und dann passiert das, was zwar planbar ist – wie Urlaub –, aber trotzdem Lücken reißen kann. Und das, was in der Regel nicht planbar ist – Krankheit. Oder jemand entscheidet sich nach vielen Jahren für einen neuen Weg. Plötzlich fehlt etwas – kein Name im Organigramm, sondern das Wissen, das zwischen Handgriffen, Routinen und kleinen Tricks steckt. Wissen, das nie aufgeschrieben wurde, weil es immer „irgendwie lief“.
Wenn Erfahrungswissen geht, bleibt eine Lücke
Die Folgen zeigen sich oft schneller als gedacht: mehr Rückfragen, Fehler, längere Einarbeitung. Nicht aus mangelndem Engagement, sondern weil die Basis fehlt – die praktischen Details, auf denen der Alltag in der Fertigung ruht. Genau dann spüren Unternehmen, wie sehr sie an einzelnen Köpfen hängen. Und wie wenig von dem, was täglich passiert, tatsächlich dokumentiert ist.
Bei komplexen Anlagen, variantenreichen Produkten oder oft wechselnden Rüstungen kann das schnell kritisch werden. Die Produktion läuft, aber holpriger. Oder sie wird instabil – und das merkt man überall.
Digitale Abläufe schaffen Klarheit – ohne Zusatzaufwand
Die Lösung ist nicht mehr Bürokratie und auch nicht mehr Formulare. Sondern die Integration des Erfahrungswissens in das, was ohnehin passiert: den laufenden Prozess. Moderne MES-Systeme bieten genau diese Möglichkeit. Sie bringen Arbeitsanweisungen, Prüfpläne und Reaktionsmuster direkt dahin, wo sie gebraucht werden – an die Maschine, in den Auftrag, in den Arbeitsfluss.
Es geht nicht darum, jede Ausnahme zu normieren. Sondern darum, Standards zu schaffen, mit denen neue oder wechselnde Mitarbeitende sicher arbeiten können. Wissen gehört ins System – nicht in Köpfe oder spontane Zurufe.
Ein vertrautes Bild aus dem Alltag
Eine Maschine läuft perfekt – solange „der eine Kollege“ da ist. Alle anderen kennen die Grundlagen, scheitern aber an Kleinigkeiten: einer ungeschriebenen Reihenfolge, einem sensiblen Zeitfenster, einem Handgriff, den nur dieser Kollege beherrscht. Solche Situationen lassen sich entschärfen, wenn dieses Wissen aktiv erfasst und Schritt für Schritt ins MES überführt wird. Ob über strukturierte Rückmeldungen, geführte Abläufe oder einfache Templates für Sonderfälle – entscheidend ist, dass Wissenssicherung im Alltag mitläuft, nicht nebenbei.
Struktur schlägt Gedächtnis
Wenn Abläufe dokumentiert und nachvollziehbar sind, bleibt die Qualität stabil – egal, wer gerade Schicht hat oder eingearbeitet wird. Rückfragen nehmen ab. Prozesse werden ruhiger. Und die Planung kann sich auf belastbare Daten stützen.
Ein MES ersetzt keine langjährige Erfahrung. Aber es macht sie nutzbar – für alle. Besonders in Zeiten von Personalwechsel und Fachkräftemangel wird das zu einem echten Vorteil. Wissenssicherung ist kein theoretischer Luxus, sondern eine praktische Notwendigkeit. Wer früh beginnt, schafft Strukturen, bevor sie fehlen.
Wie proMExS® dieses Wissen im Alltag nutzbar macht
Genau an dieser Stelle setzt proMExS an. Über den BDE-Client (WEB-Client) wird wichtiges Know-how direkt an den Shopfloor weitergegeben – dort, wo es gebraucht wird. Der Werker erhält alle relevanten Informationen unmittelbar im Ablauf, ohne zusätzliche Wege oder Rückfragen.
Der Shopfloor-Client stellt dafür umfangreiche Dokumentationen auftrags- und artikelspezifisch bereit: Arbeitsanweisungen, Einrichteblätter, NC-Programme, Hinweise zur Ausspannsituation, qualitätssichernde Informationen sowie Details zu den benötigten Vorrichtungen. Damit wird Erfahrungswissen nicht nur festgehalten, sondern für alle Mitarbeitenden im Prozess sichtbar und nutzbar.